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Semih Celikten
VERSICHERUNGSMAKLER
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THEMA · ALTERSVORSORGE

Altersvorsorge für Beamte

Beamte erhalten im Alter eine Pension, die maximal 71,75 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge beträgt. In vielen Fällen bleibt eine Versorgungslücke, die private Vorsorge schließen kann.

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PENSION

Wie hoch ist die Beamtenpension?

Die Pension beträgt pro Dienstjahr 1,79375 Prozent der ruhegehaltfähigen Bezüge und erreicht nach 40 Dienstjahren den Höchstsatz von 71,75 Prozent. Die Berechnung folgt § 14 BeamtVG und kann je nach Dienstherr (Bund oder Land) abweichen.

1,79375 %Ruhegehaltssatz pro Dienstjahr
71,75 %Höchstsatz nach 40 Dienstjahren
63Altersgrenze für Abschläge bei Dienstunfähigkeit

Maßgeblich sind die ruhegehaltfähigen Bezüge, also nicht alle Gehaltsbestandteile. Zulagen, die nicht ruhegehaltfähig sind, erhöhen die Pension nicht. Pensionen werden versteuert, wobei ein Versorgungsfreibetrag gilt, und die Krankenversicherung im Ruhestand, bei Beamten meist die PKV, ist ein eigener Kostenfaktor.

PKV für Beamte

LÜCKE

Warum kann trotz Pension eine Versorgungslücke entstehen?

Eine Lücke entsteht, wenn die Pension unter dem Niveau des letzten Einkommens liegt, etwa durch Teilzeit, Elternzeit, späten Einstieg in den Staatsdienst oder Abschläge bei Dienstunfähigkeit.

Teilzeit und Elternzeit: Weniger ruhegehaltfähige Dienstzeit senkt den Pensionsanspruch.
Später Einstieg: Wer erst spät verbeamtet wird, erreicht keine 40 Dienstjahre. Beamte auf Widerruf oder auf Probe haben noch keinen vollen Pensionsanspruch.
Dienstunfähigkeit: Wer vor dem 63. Lebensjahr dienstunfähig wird, erhält in der Regel einen Versorgungsabschlag von 3,6 Prozent pro Jahr, höchstens 10,8 Prozent (Bundesrecht, in den Ländern kann es abweichen).
Nicht ruhegehaltfähige Bezüge: Leistungsbezüge und Zulagen erhöhen die Pension häufig nicht.
BAUSTEINE

Welche privaten Bausteine eignen sich für Beamte?

Beamte können Riester, Basisrente, private Rentenversicherung, Fondssparpläne und ab 2027 das Altersvorsorgedepot nutzen. Eine betriebliche Altersvorsorge steht Beamten in der Regel nicht zur Verfügung.

BausteinKernpunktPasst eher für
Riester-RenteZulagen und Kinderzulagen, Neuverträge nach aktuellem Stand nur noch 2026Beamte mit Kindern
Basisrente (Rürup)Hoher Steuervorteil, Höchstbetrag meist gut nutzbarBeamte mit höherem Einkommen
Altersvorsorgedepot (ab 2027)Staatliche Förderung, Fonds und ETFsWer langfristig am Kapitalmarkt sparen will
Private Rente / FondssparplanFlexibel, ohne staatliche FörderungAls Ergänzung
DienstunfähigkeitsschutzAbsicherung bei vorzeitigem RuhestandBesonders in den ersten Dienstjahren
Die Tabelle ist eine Orientierung. Vor einer Entscheidung sollte die persönliche Pension berechnet werden.

Mehr zur Riester-Rente  ·  BU und Dienstunfähigkeit

VORGEHEN

Wie gehst du am besten vor?

Zuerst lässt du deine voraussichtliche Pension berechnen, danach bestimmst du den Bedarf im Ruhestand und wählst erst dann die passenden Bausteine aus.

Pension berechnen lassen: Der Dienstherr stellt eine Berechnung bereit.
Bedarf im Ruhestand bestimmen: Miete, PKV-Beitrag, Lebenshaltung und Wünsche einplanen.
Bausteine auswählen: Förderung, Steuer und Flexibilität gegeneinander abwägen.
GRENZEN

Welche Grenzen und Nachteile gibt es?

Private Vorsorge bindet Geld und bringt Kosten mit sich. Wer zu früh oder zu hoch spart, kann in der aktiven Zeit finanziell eingeschränkt sein.

Kosten und Bindung: Verträge laufen oft über Jahrzehnte, vorzeitige Auflösung kostet in der Regel Geld.
Förderung ist nicht für alle gleich: Riester lohnt sich meist erst mit Kindern, bei der Basisrente zählt der Steuersatz.
Kapitalmarktrisiko: Fondsgebundene Produkte schwanken in ihrem Wert.
HÄUFIGE FRAGEN

Fragen & Antworten

Reicht die Beamtenpension für den Ruhestand aus?

Oft ja, aber nicht immer. Der Höchstsatz von 71,75 Prozent wird nur nach 40 Dienstjahren erreicht. Teilzeit, späte Verbeamtung oder Abschläge können eine Lücke verursachen.

Können Beamte Riester nutzen?

Ja, Beamte sind unmittelbar förderberechtigt. Besonders mit Kindern kann sich Riester wegen der Kinderzulagen lohnen. Neuverträge sind nach aktuellem Stand nur noch bis Ende 2026 möglich.

Können Beamte eine betriebliche Altersvorsorge abschließen?

In der Regel nicht, da Beamte keine Arbeitnehmer im Sinne des Betriebsrentengesetzes sind. Sie nutzen stattdessen private Bausteine.

Was passiert bei Dienstunfähigkeit?

Dienstunfähige Beamte erhalten ein Ruhegehalt, bei Eintritt vor dem 63. Lebensjahr mit Versorgungsabschlag von bis zu 10,8 Prozent. Zusätzlich kann ein Dienstunfähigkeitsschutz sinnvoll sein.

Wie wirkt sich die PKV auf die Altersvorsorge aus?

Die PKV-Beiträge im Ruhestand belasten die Pension. Mit Beihilfe sind sie niedriger als ohne. Im Ratgeber zur PKV im Alter findest du Details.

FAZIT

Fazit: Altersvorsorge für Beamte

Beamte starten mit einer soliden Pension, sollten aber ihre persönliche Versorgungslücke kennen. Wer Teilzeit, Elternzeit oder einen späten Einstieg hat, sollte früh private Bausteine einplanen. Die Wahl hängt von Kindern, Einkommen und Steuer ab.

Über den Autor: Semih Celikten ist Versicherungsfachmann (IHK) und als Versicherungsvermittler nach § 34d Abs. 1 GewO zugelassen. Er berät in Großostheim und online zu Vorsorge und Versicherungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung.
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